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Der Hauptmann von Köpenick – Wie ich wurde, was ich wurde

Nach der Autobiografie von Wilhelm Voigt; ab 11 Jahren; ATZE Musiktheater Berlin

Um den Teufelskreis aus „keene Arbeit > keene Uffenthaltsjenehmigung > keene Wohnung > keenen Pass > keene Arbeit …“ zu durchbrechen, zeigte Wilhelm Voigt auf charmante, beinahe humoristische Weise mit seiner Köpenickiade, dass sinnfreier Gehorsam keine gute Grundlage für unser Zusammenleben ist. Im Stück ist es Marie, Wilhelms Schwester, die die Geschichte erzählt. Sie berichtet von ihrem Bruder Wilhelm, der als Jugendlicher aus dem Haus gejagt wird und wegen Bettelei das erste Mal hinter Gittern landet. Und davon, wie er sich trotz aller Rückschläge darum bemüht, ein redliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. Irgendwann sieht Voigt jedoch ein, dass man in manchen Gesellschaften nur jemand werden kann, wenn man schon jemand ist. Und so kam es, wie es kam …

Die Köpenickiade wurde weltberühmt, der Werdegang und die Beweggründe von Wilhelm Voigt nicht. Regisseur Thomas Sutter ändert das und richtet den Scheinwerfer auf den Menschen hinter der berühmten Anekdote, auf seine Vergangenheit und seine Konflikte. Die Schwere der Themen wird in der Inszenierung immer wieder geschickt durch Kipppunkte in Musik, Bühnen- und Kostümbild aufgebrochen. Orientalische Instrumente perforieren die Klänge preußischer Militärmusik, Uniformen werden zu clownesquen Beamtenroben und das minimalistische Bühnenbild verwandelt sich konstant, obwohl es alles andere als Freiheit darstellt. Eine begleitende Videoinstallation wird zum stillen Geschichtenerzähler im Hintergrund.

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Bühne  
Dienstag, 12. März 2024
16:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Stadttheater
Schloßgasse 8
63739 Aschaffenburg